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Mietreform 2026 in Griechenland: Wie die neuen Regeln den Immobilienmarkt verändern

Seit dem 1. Mai 2026 sind in Griechenland wesentliche Änderungen an den Verfahren zur Rückgewinnung gemieteter Immobilien in Kraft getreten. Die neuen Regeln beschleunigen die Schuldeneintreibung und die Rücknahme von Eigentum erheblich, wodurch der langfristige Mietmarkt vorhersehbarer und strukturierter wird.

Für den griechischen Markt ist dies eine der wichtigsten Rechtsreformen der letzten Jahre: Erstmals verfügt das Rücknahmeverfahren nun über klare Zeitpläne, eine digitale Grundlage und einen schlankeren Verwaltungsmechanismus.

Für Investoren bedeutet dies eine geringere rechtliche Unsicherheit – einer der Schlüsselfaktoren beim Kauf von Immobilien für langfristige Mietzwecke.

Warum es wichtig ist

Vor der Reform entwickelten sich Streitigkeiten zwischen Grundstückseigentümern und Pächtern in Griechenland oft zu langwierigen Rechtsstreitigkeiten. Bei unbezahlter Miete oder der Weigerung, nach Ablauf des Mietvertrags auszuziehen, konnten Eigentümer 12 bis 18 Monate auf eine gerichtliche Entscheidung warten.

Dies führte dazu:

  • erhöhte rechtliche Risiken;
  • zusätzliche Betriebskosten;
  • Zögern unter Investoren im Langzeitvermietungssegment;
  • Reduziertes Angebot auf dem Mietmarkt.

Das neue System zielt darauf ab, diese Probleme durch feste Zeitpläne und digitalisierte Verfahren anzugehen.

Wichtige Änderung: Übertragung der Befugnisse auf zertifizierte Anwälte

Ein zentrales Element der Reform ist die Übertragung der Befugnisse zur Erteilung von Eigentumsrestitutionsanordnungen (Διαταγή Απόδοσης Μισθίου) von Richtern auf speziell zertifizierte Anwälte.

Früher wurden solche Entscheidungen ausschließlich von den Gerichten bearbeitet, was die Verzögerungen aufgrund von gerichtlichem Rückstau erheblich erhöhte.

Inzwischen ist das Verfahren administrativ mit strengen Fristen geworden: Ein zertifizierter Anwalt muss den Fall prüfen und die Anordnung innerhalb von 20 Arbeitstagen erlassen.

Wie das neue Verfahren funktioniert

1. Der Eigentümer kontaktiert seinen Anwalt

Eine Rechtsakte wird über das Gerichtssystem vorbereitet und eingereicht.

2. Ein unabhängiger Spezialist wird zugewiesen

Der zertifizierte Anwalt kann nicht persönlich ausgewählt werden. Stattdessen werden sie automatisch aus einem offiziellen Gerichtsregister ernannt, was zur Verbesserung der Transparenz beiträgt.

3. Dokumentenprüfung

Der zertifizierte Anwalt prüft die Unterlagen und erteilt die Rücknahmeanordnung.

4. Übergabe des Auftrags an den Mieter

Sobald die Anordnung zugestellt wurde, erhält der Mieter eine festgelegte Frist für die freiwillige Räumung der Immobilie.

Die „6-Monats-Regel“: Ein vorhersehbarer Zeitplan

Für Mietvertragsauslaufende Fälle schafft das Gesetz einen klaren Verfahrenszeitrahmen.

Phase 1 — Formelle Mitteilung

Der Eigentümer übermittelt eine offizielle außergerichtliche Mitteilung (εξώδικο) etwa 90 Tage vor Ablauf des Mietvertrags.

Phase 2 — Erteilung des Befehls

Nach der Erstellung der rechtlichen Dokumente beginnt das Verwaltungsrücknahmeverfahren.

Phase 3 — Umzugsphase

Nach Erhalt der Anordnung erhält der Mieter etwa zwei Monate Zeit, die Immobilie zu räumen.

Daher dauert der gesamte Prozess in der Regel etwa sechs Monate ab der ersten Kündigung.

Wenn der Mieter die Miete nicht zahlt

In Fällen unbezahlter Miete wird der Prozess schneller.

Nach offizieller Mitteilung und Ausstellung der Anordnung kann die freiwillige Räumungsfrist auf etwa 20 Tage verkürzt werden.

Der digitale Schild: Die Rolle von Taxisnet

Einer der Schlüsselaspekte der Reform ist die Integration des Verfahrens mit dem digitalen System AADE / Taxisnet.

Ein elektronisch registrierter Mietvertrag dient nun als Hauptnachweis für:

  • die Existenz des Mietvertrags;
  • Laufzeit des Mietvertrags;
  • unbezahlte Miete;
  • Ablauf der Vereinbarung.

Wenn der Vertrag nicht offiziell registriert ist, ist das beschleunigte Verfahren möglicherweise nicht verfügbar.

Was unverändert bleibt: Mieterschutz

Trotz der Beschleunigung der Rücknahmeverfahren bewahrt das griechische Recht weiterhin grundlegende Mieterschutzmaßnahmen.

Mindestlaufzeit des Mietvertrags — 3 Jahre

Wohnmietverträge in Griechenland bleiben durch eine obligatorische Mindestlaufzeit von drei Jahren geschützt, selbst wenn der Vertrag für einen kürzeren Zeitraum unterzeichnet wurde.

Keine vorzeitige Beendigung für den persönlichen Gebrauch

Eigentümer können einen aktiven Mietvertrag nicht vorzeitig kündigen, nur weil sie die Immobilie selbst bewohnen oder Familienmitglieder unterbringen möchten.

Griechenland im Vergleich zu anderen Mittelmeermärkten

Für internationale Investoren ist es besonders wichtig, dass Griechenland sich im Vergleich zu mehreren südeuropäischen Rechtsordnungen auf einen vorhersehbareren Mietmarktrahmen zubewegt.

Die Reform von 2026 verbessert die Transparenz durch:

  • digitale Mietvertragsregistrierung;
  • feste Verfahrensfristen;
  • Verwaltung von Rücknahmeanordnungen;
  • ein klareres Gleichgewicht zwischen Mieterschutz und Eigentümerrechten.

Fazit

Die Mietreform 2026 stellt eine der wichtigsten Veränderungen auf dem griechischen Immobilienmarkt der letzten Jahre dar.

Obwohl Mieterschutzmaßnahmen bestehen, macht das neue Rahmenwerk den Rücknahmeprozess für Eigentümer transparenter, digitalisierter und vorhersehbarer.

Für Investoren und Vermieter ist die wichtigste Erkenntnis klar: Eine ordnungsgemäße Registrierung des Mietvertrags und die Einhaltung formaler Benachrichtigungsverfahren sind heute wesentliche Elemente des Vermögensschutzes.