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Der griechische Immobilienmarkt erreicht neue Höhen und übertrifft das Vorkrisenniveau

Der griechische Immobilienmarkt ist offiziell in eine neue Ära eingetreten, da die Wohnimmobilienpreise landesweit ihr Höchstniveau vor der Finanzkrise von 2008 überschritten haben. Dieser Meilenstein signalisiert eine vollständige Erholung des Sektors, macht jedoch zugleich die wachsenden Herausforderungen in Bezug auf die Bezahlbarkeit von Wohnraum für Käufer deutlich.

Nach Angaben der Bank von Griechenland lagen die Preise für Wohnimmobilien auf nationaler Ebene bis zum Ende des dritten Quartals 2025 um 7,14 % über dem Niveau von 2008. Noch bemerkenswerter ist die langfristige Erholung seit dem Tiefpunkt des Marktes im Jahr 2017, wobei die Preise seither um rund 86 % gestiegen sind. Während dieses Wachstum das erneuerte Vertrauen in die griechische Wirtschaft widerspiegelt, hat es die Kaufkraft vieler Haushalte deutlich geschmälert.

Stärkster Preisdruck in Attika und den großen Städten

Die kräftigsten Preissteigerungen wurden in Attika verzeichnet, wo die Immobilienwerte inzwischen 12,5 % über dem Niveau von 2008 liegen und sich im Vergleich zu 2017 mehr als verdoppelt haben (+103 %). Thessaloniki hat eine ähnliche Entwicklung durchlaufen: Die Preise sind seit 2017 um nahezu 100 % gestiegen und liegen 5,7 % über ihrem Vorkrisenhoch.

Innerhalb Athens selbst haben mehrere Stadtteile – darunter das Stadtzentrum sowie die südlichen und nördlichen Vororte – Preissteigerungen von 20 % bis 30 % gegenüber 2008 erlebt. Dieser Anstieg wurde durch eine Kombination aus starker inländischer Nachfrage, zunehmenden ausländischen Investitionen sowie anhaltendem Interesse an Kurzzeitvermietungen und Neubauprojekten angetrieben.

Athen gehört zu den teuersten europäischen Städten beim Wohnimmobilienwachstum

Die steigenden Preise haben Athen zu einer der teuersten Städte Europas gemacht, wenn die Wohnkosten ins Verhältnis zum Einkommen gesetzt werden. Laut einer aktuellen Studie von Deloitte belegt Athen europaweit den zweiten Platz in Bezug auf die Anzahl der Arbeitsjahre, die für den Kauf einer neu gebauten Wohnung erforderlich sind.

Für den Erwerb einer 70 Quadratmeter großen Wohnung benötigt ein durchschnittlicher Käufer in Athen 15,3 Jahresgehälter – ein nahezu identischer Wert wie in Amsterdam mit 15,4 Jahren. Der durchschnittliche Preis für Neubauimmobilien in der griechischen Hauptstadt ist auf 8.475 Euro pro Quadratmeter gestiegen, was einem jährlichen Zuwachs von 10,1 % entspricht.

In ganz Attika werden neu errichtete Wohnungen zu einem Durchschnittspreis von 4.100 Euro pro Quadratmeter verkauft, wodurch sich die Kosten für eine typische 70-Quadratmeter-Wohnung auf rund 287.000 Euro belaufen. Dieses Preisniveau liegt 2,28-mal über dem nationalen Durchschnitt, der bei etwa 1.800 Euro pro Quadratmeter liegt.

Ein Markt an einem Wendepunkt

Während die Erholung des griechischen Wohnungsmarktes für Investoren und Immobilieneigentümer eine positive Entwicklung darstellt, ist die Bezahlbarkeit zu einem zentralen Problem geworden. Da die Löhne mit dem Preiswachstum kaum Schritt halten, werden viele potenzielle Käufer – insbesondere in den urbanen Zentren – aus dem Markt gedrängt.

Angesichts einer weiterhin starken Nachfrage und eines begrenzten Angebots werden die kommenden Jahre entscheidend dafür sein, ob es Griechenland gelingt, seine Attraktivität für Investitionen mit einem nachhaltigen Zugang zu Wohnraum für die Bevölkerung in Einklang zu bringen.